Unter Hemmstoffen werden Substanzen zusammengefasst, welche das mikrobielle Wachstum hemmen oder Mikroorganismen in der Milch abtöten. Ihr Ursprung kann vielfältig sein und reicht von Tierarzneimitteln, insbesondere Antibiotika, über Desinfektions- und Reinigungsmittel bis hin zu Substanzen zur Schädlings- und Unkrautbekämpfung. Diese Stoffe werden häufig eingesetzt, um das Wachstum von Bakterien oder anderen Mikroorganismen im Tier, Futter oder auf Oberflächen zu reduzieren. Darüber hinaus zählen auch gewisse körpereigene (originäre) Stoffe sowie bestimmte Futtermittelinhaltsstoffe zu den Hemmstoffen, wenn sie eine antibakterielle Wirkung aufweisen (Fingerhuth, 2009; Reybroeck et al., 2014). Gelangen solche Substanzen in die Milch, beschränkt sich ihre hemmende Wirkung nicht nur auf unerwünschte Mikroorganismen, sondern sie können auch die Bakterien der Fermentationskulturen beeinflussen. Dies kann die Verarbeitung der Milch, insbesondere bei der Joghurt- und Käseherstellung, erheblich beeinträchtigen (Fingerhuth, 2009). Für die Molkerei ist hemmstoffpositive Milch daher unerwünscht, unabhängig davon, wie die Hemmstoffe in die Milch gelangt sind.