Die Samen von Süss- oder Bitterfenchel werden in der Gastronomie wegen
ihres Anisgeschmacks häufig verwendet. Zudem wird die therapeutische
Wirkung von Fenchelsamen geschätzt: Sie unterstützen die Verdauung und
regen die Milchbildung an. Heute wird der in der Schweiz verkaufte
Fenchelsamen importiert. Das unter der Leitung von Agroscope zusammen
mit dem FiBL durchgeführte und vom Coop Fonds für Nachhaltigkeit
unterstützte Projekt verfolgte das Ziel, die technische und wirtschaftliche
Machbarkeit des biologischen Süssfenchelanbaus unter schweizerischen
Klimabedingungen zu bewerten, um die inländische Versorgung zu fördern.
Süssfenchel wird in Nachbarländern wie Deutschland und Österreich bereits
angebaut. Unter Versuchsbedingungen betrug das Ertragspotenzial bis zu 2
t/ha. Als Hauptproblem erwies sich jedoch das Vorkommen des Pilzerregers
Mycosphaerella anethi. Dieser Endoparasit verbreitet sich unter den für das
Schweizer Mittelland typischen, warmen und feuchten Frühjahrsbedingungen
besonders stark.
Mangels widerstandsfähiger Sorten und mit dem biologischen Landbau vereinbaren präventiven oder kurativen
Bekämpfungsmitteln können Infektionen hohe Ertragsausfälle bzw. einen kompletten Ernteverlust verursachen.
Unter diesen Bedingungen scheint der Anbau von Süssfenchel heute zu risikoreich und das wirtschaftliche Interesse
bei Schweizer Produzentinnen und Produzenten entsprechend gering.