In einem Feldversuch (2022–2024) wurden Analyse
verfahren zur Beurteilung der Stickstoffversorgung
im Freilandgemüsebau verglichen: die Laboranalyse
des mineralischen Stickstoffs (Nmin), das Sensorsystem
Stenon-Farmlab, Nitratbestimmungen im Pflanzensaft (NitraCheck) sowie die Messung der Chlorophyllabsorption (SPAD-Sensor). Die Versuche erfolgten
praxisnah in einer Fruchtfolge mit Knollensellerie,
Weisskohl und Kopfsalat mit unterschiedlichen N-Düngestufen. Die Nmin-Analyse ermöglichte die zuverlässigste Differenzierung der Düngestufen, wobei die
Aussagekraft kultur- und terminabhängig war. Die
Pflanzensaft analyse erwies sich ebenso als robust und
korrelierte gut mit den Nmin-Werten im Boden. Das
Stenon-Farmlab zeigte geringe Korrelationen mit den
beiden anderen Methoden und bildete die Düngestufen unzureichend ab. Die SPAD-Messungen lieferten
keine konsistenten Ergebnisse. Ertragsunterschiede
bei unterschiedlichen N-Düngestufen traten nur 2023
(Weisskohl) und teilweise 2024 (Salat) auf. Eine Düngung über die Norm der Grundlagen für die Düngung
landwirtschaftlicher Kulturen in der Schweiz (GRUD)
hinaus führte zu keinen signifikanten Mehrerträgen.
Die Unterschiede zwischen den reduzierten Dünge
stufen und der ungedüngten Kontrolle waren meist
nicht signifikant, was auf eine hohe Stickstoffnach
lieferung und -verfügbarkeit am Standort hinweist.
Die Ergebnisse verdeutlichen den Validierungsbedarf
neuer Sensorverfahren sowie deren Grenzen in der
Praxis. Gleichzeitig zeigen sie das Potenzial, Düngestrategien stärker am tatsächlichen N-Bedarf der
Kulturen und am verfügbaren Stickstoff im Boden
auszurichten und so Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit zu verbessern.