Mit der Produktion von Wasserlinsen auf nährstoffreichen Medien, wie zum Beispiel verdünnter Gülle, können gelöste Stickstoff- und Phosphorverbindungen aufgenommen und in proteinreiche pflanzliche Biomasse eingebaut werden. Theoretisch ergibt sich daraus ein Potenzial, N- und P-Kreisläufe in der Landwirtschaft abzukürzen, Überschüsse auf dem Land zu vermeiden und eine eiweissreiche Futterkomponente für Nutztiere zu erzeugen. Das FiBL hat daher in verschiedenen Versuchsansätzen diese Potenziale untersucht und auf verdünnter Rinder- und Geflügelgülle Wasserlinsen erzeugt. Es zeigten sich in der Tat eine sehr hohe Aufnahme der gelösten N- und P-Verbindungen aus den Medien, gleichzeitig aber auch Stickstoffverluste, höchstwahrscheinlich als gasförmige Emissionen. Die Optimierung von Wachstumsraten und N-Verlusten hängt vor allem an den Verdünnungsraten. Eine Verdünnung von Gülle mit Wasser im Verhältnis 1:8, respektive ein Ammonium-N-Gehalt des Mediums von 19 mg/L führt zu den besten Wachstumsraten; die geringsten N-Verluste ergaben sich bei einer Verdünnung von 1:20. Die grössten Herausforderungen liegen derzeit in der vollständigen Quantifizierung der Stickstoffbilanzen und der sicheren Hygienisierung der Biomasse. Dieser Artikel fasst die Ergebnisse der FiBL-Forschung zum Thema zusammen.