Die psychische Gesundheit von Landwirtinnen und
Landwirten ist trotz alarmierender Befundlage wenig
erforscht. Das durch das Bundesamt für Landwirtschaft
finanzierte Forschungsprojekt «Burnout-Prävention in
der Landwirtschaft» untersuchte zwischen 2021 und
2023 mittels Onlinebefragung mit 367 Personen sowie
20 qualitativer Interviews Belastungsstrukturen, Bewältigungsmuster
und Hilfebarrieren in Ostschweizer Landwirtschaftsbetrieben.
Die stärksten Belastungen liegen
in Arbeitsüberlastung, Bürokratisierung und Anerkennungsverlust.
Obwohl fast zwei Drittel der Befragten
angaben, bereits an persönliche Grenzen gestossen zu
sein, werden psychosoziale Hilfsangebote trotz weitgehender
Bekanntheit kaum genutzt. Betriebsnahe Fachpersonen
und Hofbesuchende wie Betriebsberaterinnen
und -berater sowie Treuhänderinnen und Treuhänder
geniessen hingegen hohes Vertrauen und werden bei
Belastungen kontaktiert. Auf dieser empirischen Grundlage
wird ein Drei-Ebenen-Früherkennungsmodell
entwickelt, das Hofbesuchende als Brückenpersonen,
erfahrungsbasierte Peer-Beratung und professionelle
Versorgung verzahnt. Das Modell bildet die Grundlage
für das Folgeprojekt «Burnout-Prävention in der Landwirtschaft
2.0» (2025–2028), welches ein schweizweites
Früherkennungs- und Präventionssystem entwickelt,
das die strukturelle Lücke zwischen hoher Belastung
und fehlender Inanspruchnahme zu schliessen versucht.