Der Beitrag analysiert die Relevanz komplexer Betriebs- und Besitzstrukturen («complex farms») in der Landwirtschaft und deren Implikationen für Agrarstatistik und Einkommensmessung in der Schweiz. In Ländern wie den USA, Deutschland oder den Niederlanden ist eine deutliche Zunahme bzw. ein hoher Anteil an komplexen Eigentums- und Bewirtschaftungsformen zu beobachten. Für die Schweiz zeigt sich zwar auch, dass juristische Personen und Betriebszweiggemeinschaften zunehmen, aber aufgrund institutioneller Rahmenbedingungen, wie dem bäuerlichen Bodenrecht und dem Direktzahlungssystem, bislang vergleichsweise selten sind. Die korrekte Erfassung von Einkommen und Arbeitszeit wird durch komplexe Konstellationen erschwert, wie beispielsweise die Teilung von Arbeitskräften zwischen mehreren Betrieben, gemischte landwirtschaftliche und ausserlandwirtschaftliche Tätigkeiten oder mehrstufige Eigentumsverhältnisse. Die Expertenbefragung bestätigt eine Zunahme organisatorischer und buchhalterischer Komplexität. Problematische Fälle können bei Plausibilitätskontrollen erkannt und korrigiert werden. Die Situation komplexer Unternehmensstrukturen sollte weiterhin beobachtet werden. Unter den aktuellen Bedingungen wird eher eine langsame Entwicklung hin zu komplexen Unternehmensstrukturen erwartet.