Im Rahmen des von 2016−2024 laufenden Ressourcenprojektes «Punktesystem Klimaschutz auf IP-SUISSE-Labelbetrieben – Massnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen von Landwirtschaftsbetrieben» hat die «Schweizerische Vereinigung integriert produzierender Bauern und Bäuerinnen» (IP-SUISSE) auf ihren Betrieben ein Punktesystem zur Reduktion der Wirkung auf das Klima eingeführt. Darin wurde das Konzept zur Umsetzung und Datenerhebung auf den Betrieben entwickelt und das Treibhausgasreduktionspotenzial von IP-SUISSE berechnet. Für das Ressourcenprojekt hatte sich IP-SUISSE das Ziel gesetzt, ihre Treibhausgasemissionen gegenüber 2016 um 10 % zu reduzieren. Agroscope hat dieses Projekt wissenschaftlich begleitet. Das Ziel dieser Begleitung war es, zu quantifizieren, welchen Beitrag die auf IP-SUISSE-Betrieben umgesetzten Klimaschutzmassnahmen jeweils zur Reduktion der Treibhausgase leisten und zu prüfen, ob IP-SUISSE das gesetzte Reduktionsziel erreicht. Dafür wurden verschiedene Grundlagen für das Punktesystem erarbeitet: 1) Eine Liste von Klimaschutzmassnahmen für Landwirtschaftsbetriebe und das Treibhausgas-Einsparpotenzial pro Massnahme, 2) Berechnung der für die Zielerreichung erforderlichen Treibhausgas-Reduktionsmenge, 3) Ermittlung des erforderlichen Reduktionsbeitrags jedes einzelnen IP-SUISSE-Betriebes, 4) Wirkungsmonitoring: Ermitteln, a) wie viele Klimaschutzmassnahmen in welchem Umfang die Betriebe im Basisjahr und im Zieljahr umgesetzt haben, b) ob IP-SUISSE ihr Reduktionsziel erreicht und c) wie wirksam die einzelnen Massnahmen sind. Dieser Bericht beschreibt die Methodik und die Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung. Die abgeschätzten Treibhausgasemissionen von IP-SUISSE im Jahr 2016 ergaben für die damals gut 8000 Labelbetriebe eine erforderliche Reduktionsmenge von 137 000 t CO2eq. Da die Anzahl Betriebe im Verlauf des Projekts auf über 10 000 angestiegen war, wurde für die Analyse der Zielerreichung die erforderliche Reduktionsmenge über die landwirtschaftliche Nutzfläche und den Tierbestand der Labelbetriebe auf 255 178 t CO2eq hochskaliert. Die Reduktionsleistung der Betriebe wurde zu drei Zeitpunkten erhoben (April 2022, Dezember 2022, August 2023). Dabei zeigte sich eine kontinuierliche Steigerung der Treibhausgasreduktion, die am letzten Erhebungszeitpunkt 224 106 t CO2eq erreichte. Zu diesem Zeitpunkt hatten 82 % der Labelbetriebe Angaben zu ihren umgesetzten Klimaschutzmassnahmen geliefert. Ihren Anteil an der gesamten Reduktionsmenge übertrafen diese Betriebe um 14 %. Unter der Annahme, dass die übrigen Betriebe seit 2016 keine zusätzlichen Klimaschutzmassnahmen umgesetzt haben, wird das 10 %-Reduktionsziel knapp nicht erreicht. Wird hingegen davon ausgegangen, dass auch diese Betriebe in ähnlichem Umfang Klimaschutzmassnahmen umgesetzt haben, kann das 10 %-Reduktionsziel als erreicht betrachtet werden.