Die Schweizer Alpwirtschaft erfüllt wichtige gesellschaftliche Funktionen: Nahrungsmittelproduktion, Ökosystemleistungen der Alpweiden und Bewahrung des kulturellen Erbes (Lauber et al. 2013, Pauler et al. 2025). Dies wird durch die Anerkennung der Alpsaison als immaterielles Kulturerbe der UNESCO gewürdigt. Doch trotz ihrer Wichtigkeit erschweren vielfältige Herausforderungen je nach Region die Bewirtschaftung der Alpbetriebe: Verbuschung, Mangel an qualifiziertem Personal, Trockenheit durch Klimawandel und Grossraubtiere. Bei der Beweidung zeigt sich eine zweigeteilte Entwicklung: Während flache, hüttennahe Bereiche durch moderne, grössere Milchkühe intensiver genutzt werden, bleiben marginale Flächen unterbestossen. Durch den Agrarstrukturwandel hat sich die Anzahl der Betriebe seit 2003 um 11 % reduziert (Meyer et al. 2024). Da die Gesamtbestossung stabil bleibt, wachsen die verbleibenden Betriebe – ein Trend ähnlich jenem der europäischen Landwirtschaft (Eurostat 2023). Der Mangel an qualifiziertem Alppersonal erschwert die Bewirtschaftung der grösseren Betriebe und in einigen Regionen stellen sich Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter die Frage: Weitermachen? Und wenn ja: wie?