Pflanzenparasitäre Nematoden sind eine diverse Gruppe mikroskopisch kleiner Fadenwürmer, die Pflanzen befallen und dadurch direkt oder indirekt Ertrags- und Qualitätsverluste verursachen können. Im Schweizer Pflanzenbau spielen pflanzenparasitäre Nematoden eine wichtige Rolle. Die primäre Bedeutung pflanzenparasitärer Nematoden in landwirtschaftlichen Systemen liegt nicht nur in ihrer wurzelschädigenden Funktion, sondern je nach Art auch in ihrer Funktion als biologische Vektoren (Überträger) von Pflanzenviren. Besonders relevant sind dabei Vertreter der Familien Longidoridae (u. a. Xiphinema, Longidorus) sowie Trichodoridae (Trichodorus, Paratrichodorus). Manche dieser Nematodenarten verfügen über hochspezialisierte Mundstachelapparate und spezifische Interaktionen mit den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen. Dadurch sind sie in der Lage, Viruspartikel aufzunehmen und an neue Pflanzen weiterzugeben. Während Xiphinema- und Longidorus-Arten vorwiegend in mehrjährigen Kulturen wie Reben, Obst- und Beerenanlagen vorkommen, finden sich Trichodorus- und Paratrichodorus-Arten häufig in Ackerflächen, oftmals in Fruchtfolgen mit Kartoffeln, Gemüse und intensivem Zwischenfruchtanbau. Die ausgeprägte Polyphagie vieler Arten sowie ihre Fähigkeit, auch bei geringen Populationsdichten epidemiologisch relevant zu bleiben, unterstreichen ihre Bedeutung für die Pflanzenproduktion. Die Kombination aus effizienter Wurzelbesiedlung, mehrjähriger Überdauerung im Boden und einer breiten ökologischen Anpassungsfähigkeit macht diese Nematoden zu zentralen Schadorganismen in Reb-, Obst-, Beeren- und Ackerbausystemen, unabhängig davon, welche spezifischen Viren sie übertragen.