Landwirtschaftlich genutzte Böden ermöglichen mit ihrer Funktionalität nicht nur die Produktion von pflanzlichen Rohstoffen, insbesondere Lebens- und Futtermitteln, sondern auch das Bereitstellen von Ökosystem-Dienstleistungen für die Gesellschaft. Um die langfristigen Entwicklungen von Bodeneigenschaften und Bodenfunktionen systematisch erkennen und sicher beurteilen zu können, braucht es langjährige Monitoringprogramme. In der Bodenbeobachtung des Kantons Bern (KABO BE) werden auf 19 landwirtschaftlichen Praxisbetrieben seit 30 Jahren verschiedene chemische, physikalische und biologische Bodeneigenschaften verfolgt. Zusätzlich zum reinen zeit lichen Monitoring von Bodeneigenschaften ermöglicht ein spezielles Monitoringdesign auch das Erkennen von langfristigen Bewirtschaftungseffekten, die durch die Nutzungs- und Anbausysteme der Praxisbetriebe verursacht werden könnten. In diesem Artikel werden die Effekte der Bewirtschaftungsmassnahmen auf physikalische Bodeneigenschaften wie Porosität, Transportvermögen und Stabilität vor dem Hintergrund standortbezogener Bodeneigenschaften aufgezeigt und ihre zeitliche Entwicklung dargestellt. Dabei werden die Bodeneigenschaften nicht nur durch ihre Messgrössen, sondern mit Hilfe eines Bewertungssystems («relative scoring functions») auch hinsichtlich ihrer Bei träge zu wichtigen Bodenfunktionen beschrieben («Funktionsbeiträge»). In einer Gesamtauswertung wird neben der statistischen Signifikanz auch die funktionale Relevanz der Monitoringdaten analysiert. Die deutlichsten Bewirtschaftungseffekte auf physikalische Bodeneigenschaften traten zwischen den Dauergrünland-Nutzungen «intensive Weide» und «extensive Wiese» auf – und nicht zwischen den Nutzungssystemen «Dauergrünland» und «Ackerbau» oder den Anbausystemen «ökologischer Leistungsnachweis» und «biologischer Landbau». Der zeitliche Verlauf der Bodeneigenschaften über die gesamte Monitoringdauer hinweg machte unterschiedliche Entwicklungspfade deutlich: Neben zufälligem Rauschen durch diffuse Einflüsse von Witterung, Bewirtschaftung und Untersuchungsmethodik waren auch ausgeprägt stetige Entwicklungen von Bodeneigenschaften zu erkennen, deren Ursachen sich meist (aber nicht immer) Einflüssen von Bewirtschaftungsmassnahmen, Witterungsverläufen bzw. Klimaentwicklung oder Wechselwirkungen zwischen diesen Faktoren zuordnen liessen. Die Effekte der Bodentiefe waren bei den physikalischen Bodeneigenschaften sehr ausgeprägt: In der KABO BE wiesen die Unterböden Anzeichen eines generell günstigeren Strukturzustandes auf als die Oberböden, und ihre Strukturqualität verbesserte sich während der Monitoringdauer insbesondere bei den Trans port- und Stabilitätseigenschaften kontinuierlich.