Serge Buholzer

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Agrarökologe (MSc ETH Agrarw.)
Ing.-Agr. ETH, Agrarökologe

Forschungsgruppe

  • 26.00.19.06 Agrarlandschaft und Biodiversität

Funktion

Projektleiter

Serge Buholzer

Agroscope
Reckenholzstrasse 191
8046 Zürich
Schweiz

Tel. +41 58 46 87231

Standort Reckenholz

Serge Buholzer

Tätigkeiten

Forschung:

  • Biodiversitätsförderung in Graslandsystemen
  • ökologische Bewertung von Vegetation und Biotoptypen
  • Erheben und analysieren vegetationskundlicher Daten
  • Invasive Neophyten (Risikobewertung)

 Expertentätigkeit:

  • Wissenschaftliche Kommission Info Flora
  • Arbeitsgruppe Invasive Gebietsfremde Pflanzen Schweiz
  • Cercle Exotique Arbeitsgruppe Vollzug Grüne Branche
  • EPPO Panel on Invasive Alien Plants

Weitere Informationen

Biodiversitätsförderung in Graslandsystemen

Mein Forschungsinteresse gilt der Förderung der Biodiversität in Graslandsystemen und dem Schutz von Ziel- und Leitarten, die in den Schweizer Umweltzielen für die Landwirtschaft definiert wurden. In dieser Arbeit konzentriere ich mich auf die Entwicklung von Strategien und Methoden, um die Lebensraumqualität und -vernetzung für diese Arten zu verbessern und somit die Biodiversität in der Agrarlandschaft zu fördern.

Ein Beispiel ist die Förderung der Biodiversität durch die extensive Beweidung von gestuften Waldrand-Ökotonen. Gestufte Waldränder schaffen eine ökologisch wertvolle Übergangszone zwischen Wald und Offenland. Diese Waldrand-Ökotone zeichnen sich durch ein vielfältiges Mikroklima aus, das durch Sonneneinstrahlung, Temperatur, Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit sowie Wind beeinflusst wird. Bund und Kantone unterstützen die Schaffung gestufter Waldränder zur  Förderung der Biodiversität finanziell.

Durch selektiven Verbiss kann extensive Beweidung zur Strukturvielfalt beitragen, indem sie konkurrenzstarke Pflanzen zurückdrängt und das Aufkommen dorniger Arten fördert. Diese bieten Schutz- und Nahrungsräume für zahlreiche Kleintiere und Insekten. Zudem erhöht der Weideeinfluss die Lichtverfügbarkeit und begünstigt wärmeliebende Arten. Dung und die Verbreitung von Samen durch Weidetiere steigern zusätzlich die Habitatvielfalt.

Ein innovatives Projekt untersucht, ob extensive Beweidung von Waldrand-Ökotonen maschinelle Eingriffe ersetzen oder reduzieren kann, indem sie Waldränder offenhält und Verbuschung verhindert. Diese Form der Landnutzung verbindet traditionelle Bewirtschaftung mit modernen Naturschutzansätzen und fördert die Biodiversität sowie die ökologische Vernetzung. Wir untersuchen die Entwicklung der Biodiversität, das Verhalten und das Wohlbefinden der Weidetiere sowie Wirkung auf die Waldfunktionen und die Wirtschaftlichkeit dieser Bewirtschaftungsmassnahme.

Neben der Förderung der Biodiversität ist die Effizienzsteigerung bei der Bewirtschaftung von Biodiversitätsförderflächen (BFF) im praktischen und administrativen Bereich ein berechtigtes Anliegen bei Praxis und Verwaltung, dem wir uns in verschiedenen kleinen Projekten widmen.

Invasive gebietsfremde Pflanzen

Invasive Pflanzen sind weltweit einer der Haupttreiber für den Rückgang der Biodiversität, da sie einheimische Arten verdrängen, Ökosysteme verändern und bei etwa 60 % der ausgestorbenen Arten eine wesentliche Rolle spielten. Seit vielen Jahren widme ich mich der Risikobewertung invasiver gebietsfremder Pflanzen in der Schweiz und die EPPO-Region. Darunter fallen die Entwicklung von Risikobewertungsschemata (Pest Risk Assessments) sowie die wissenschaftliche Beurteilung von potentiell invasiven Pflanzen und Erarbeitung von Listen als Grundlage für Empfehlungen und Handlungsanweisungen wie Verkaufsverzicht, oder Verkaufsverbote.

Expertentätigkeit

  • Wissenschaftliche Kommission Info Flora
  • Arbeitsgruppe Invasive Gebietsfremde Pflanzen Schweiz
  • Cercle Exotique Arbeitsgruppe Vollzug Grüne Branche
  • EPPO Panel on Invasive Alien Plants