Die Absenkung des Rohproteingehalts (RP) in der
Schweinemast gilt als zentrale Strategie zur Reduktion
von Stickstoffverlusten und damit von Ammoniakemissionen.
In einem Fütterungsversuch an der BFHHAFL
wurde untersucht, wie sich eine RP-reduzierte
Fütterung bei gleichbleibender Versorgung essenzieller
Aminosäuren auf die Mastleistung, Schlachtkörperqualität
und Proteineffizienz von Mastschweinen
auswirkt. Insgesamt 64 Kreuzungstiere der
PREMO®-Vaterlinie wurden in einem Blockdesign zwei
Fütterungsvarianten zugeteilt (Kontrolle vs. RP-reduziert).
Pro Variante wurden in 4 Buchten je 4 weibliche
Tiere und 4 Kastraten gemästet. Pelletiertes Futter
war ad libitum verfügbar. Alle Futter wurden mit
13,8 MJ VES / kg FS und folgenden Rohproteingehalten
formuliert: Vormast Kontrolle 16,3 %, Ausmast Kontrolle
13,2 %, Vormast RP-reduziert 14,3 %, Ausmast
RP-reduziert 12,0 %. Die Versorgung für acht essenzielle
Aminosäuren war in beiden Fütterungsvarianten
gleich. Leistungsparameter, Schlachtmerkmale sowie
Stickstoffbilanzen wurden erfasst und statistisch
ausgewertet. Die Reduktion des Rohproteingehaltes
hatte keinen Einfluss auf die täglichen Zunahmen
(Kontrolle = 1,01 ± 0,02 kg; RP-reduziert = 1,02 ± 0,02 kg;
P = 0,851), den Futterverzehr (Kontrolle = 2,28 ± 0,04;
RP-reduziert = 2,32 ± 0,04; P = 0,458), die Futterverwertung
(Kontrolle = 2,26 ± 0,02; RP-reduziert 2,29 ± 0,02;
P = 0,242) oder den Magerfleischanteil. Weibliche Tiere
wiesen erwartungsgemäss signifikant höhere Magerfleischanteile
auf als Kastraten. Während sich der
Stickstoffansatz zwischen den Varianten nicht unterschied,
führte der deutlich geringere N-Input in der
RP-reduzierten Gruppe zu einer signifikant höheren
Stickstoffeffizienz (Kontrolle = 48,7 ± 0,36 %; RP-reduziert
54,0 ± 0,36; P < 0,001). Die Ergebnisse zeigen, dass
sich der Rohproteingehalt im Futter bei optimaler
Aminosäureversorgung substanziell senken lässt,
ohne Leistungseinbussen zu verursachen. Gleichzeitig
verbessert sich die Stickstoffeffizienz signifikant.
Weitere Untersuchungen unter verschiedenen Haltungsbedingungen
werden empfohlen, um negative
Einflüsse auf die Tiergesundheit auszuschliessen
und die Übertragbarkeit der Resultate umfassend zu
bewerten.